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Das
Land und seine Menschen
Zu
diesem Thema möchte ich ihnen nicht die Geschichte
dieses Landes, welche sie in jedem anderen Reiseführer
oder besserem Lexikon nachlesen können, näher bringen,
sonder lediglich etwas darauf vorbereiten, was auch ihnen
tagtäglich in der heutigen Zeit wiederfahren kann und
womit sie während eines Urlaubes in der Dominikanischen
Republik
sicher konfrontiert werden.
Desshalb
möchte ich sie nochmals daran errinern, dass sie sich in
einem sogenannten 3.- Welt Land befinden. Vieles was sie
Zuhause als selbstverständlich betrachten ist dort noch
reinste Utopie. Dazu gehört vorallem die regelmässige
Stromversorgung des Landes.
Es ist zwar in den letzten Jahren schon um vieles besser
geworden und in den Touristenzentren werden die
Stromausfälle immer weniger, aber sollten sie im
Landesinneren ihren Urlaub verbringen, dann kann es schon
mal zu Stromausfällen kommen.
Besonders
im Landesinneren sind die Dominikaner immern noch der
Meinung, der Strom befindet sich in den quer durchs Land
gespannten Leitungen und wenn man sich daranhängt, dann
kommt der Strom aus der Steckdose. Und wer eine solche
Leitung und eine Steckdose in seinem Haus besitzt, der
besitzt auch Strom.
Wenn sie die
öffentlichen Stromleitungen, besonders in den Städten,
und den Wirrwar von Hausanschlüssen welche der Horror
für jeden Elektriker sein müssen, betrachten, wissen
sie was ich damit meine. Dann werden sie sich über so
manchen Stromausfall, mit denen sie dort leben müssen,
nicht mehr wundern.
Rein rechtlich gesehen, stimmt es natürlich nicht, dass
der Dominikaner seinen Strom gratis bezieht. Wenn er
seine Rechnung nicht bezahlt, wird ihm von der
Stromlieferantenfirma rigoros die Leitung gekappt.
Allerdings gibt es natuerlich solche Gegenden die
schlecht konrolliert werden und nach Abschneiden der
Kabel anschliessend diese von den Anwohnern wieder
zusammengeflickt werden. Eine nie-endende Arbeit für die
Stromfirmen und es wird sicherlich noch etwas dauern, bis
europäische Verhältnisse erreicht werden.
Desshalb werden die Stromabschaltungen auch teilweise von
den stromlifernden Firmen gemacht und das meist am Abend,
wenn es dunkel wird, um die Dominikaner daran zu
erinnern, dass es eben nicht so ist und der Strom
sehrwohl bezahlt werden muss.
Wundern dürfen sie sich
auch nicht über den Strassenverkehr. Wenn sie bedenken,
dass die Erlangung eines Führerscheines für einen
Dominikaner mehr als 10.000 Pesos kostet. Die Strafen
für das Fahren ohne Führerschein wurden zwar in den
letzten Jahren ebenfalls erheblich erhöht (Einbehaltung
des Fahrzeuges bis gueltige Papiere vorgewiesen werden
und ein paar Tausend Pesos Strafe), aber es gibt leider
immer noch genügend Möglichkeiten, sich mit einigen
hundert Pesos der offiziellen Strafen zu entziehen.
Ausserdem muss erwähnt werden, dass die Dominikaner in
der Regel alle Zeit der Welt besitzen; NUR NICHT BEIM
AUTOFAHREN! Da gehts mit Vollgas Kreuz und Quer im Slalom
durch die zahlreichen Schlaglöcher der nur teilweise
asphaltierten Strassen. Nicht umsonst verlangen Taxis
nach Einbruch der Dunkelheit den mehrfachen Fahrpreis.
"GEFAHRENZULAGE".
Die öffentlichen
Verkehrsmittel, sowie das komplette Leben dieser Insel
richten sich nach der Dominikanischen Zeit. Darunter ist
nicht die normale Zeitverschiebung von 5 Stunden zu
verstehen, sondern der Lebensrythmus dieser Menschen. Es
gibt keinen Stress und keine Hektik. Es gibt zwar
Fahrpläne, aber die sind nur auf Papier geschrieben.
Pünktlichkeit ist in der Dominikanischen
Republik
ein
Fremdwort und darauf angesprochen reagiert der
Dominikaner höchstens mit Achselzucken und einem
freundlichen Lächeln .Aber trotzdem funktioniert fast
alles in diesem Land, obwohl die meisten nicht wissen
warum und es meist auch garnicht wissen wollen.
Wenn sie bereits einige Tage auf der Insel verbracht
haben, werden sie merken, dass es auch in der Hautfarbe
der Menschen erhebliche Unterschiede gibt. Je dünkler
die Hautfarbe der Einwohner, umso ärmer sind sie
meistens und umso niedriger deren Arbeit.
Dies kommt daher, dass die Insel "Hispaniola"
von zwei Ländern bevölkert ist. Zum einen die Dominikanische
Republik
in der östlichen Seite der Insel, zum anderen Haiti im
westlichen Teil der Insel.
Die
von Columbus entdeckten Ureinwohner der Insel waren nach
ca. 70 Jahren vollends ausgerottet und haben mit den
heutigen Dominikanern nichts gemeinsam. Die heutigen
Dominikaner sind das Ergebnis aus der Vermischung der
Spanischen Kolonialherren und deren aus den USA, anderen
Inseln der Karibik und der Bermudas im vorletzten
Jahrhundert eingebürgerten Sklaven. Sie haben es durch
ihre Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit zu einem
höheren Lebensstandard gebracht und wissen wie man den
Besuchern das Geld abknöpft und davon gut lebt.
Die Haitianer hingegen waren schon immer und sind auch
noch Heute ein sehr stolzes aber auch sehr armes Volk.
Eine grosse rassische Durchmischung fand hier nicht
statt. Im Gegensatz zu den von den Spaniern beherrschten
Gebieten in der Neuen Welt, paarten sich die
franzoesischen Kolonialherren nicht mit ihren Sklaven.
Haiti blieb vollends schwarz. Gleiches gilt auch
uebrigens fuer die britischen und hollaendischen
ehemaligen Kolonien in der Karibik. Sie vermischten sich
nicht mit ihren Entdeckern und blieben bis heute ein
Sklavenvolk. Viele Haitianer sind gezwungen, um ihre
Familien ernähren zu können, als sogenannte
Gastarbeiter in den Hotels und Ferienanlagen vor allem
aber in der Landwirtschaft-speziell Zuckerrohrabbau und
im Bauwesen als Hilfskraefte zu arbeiten. Aber trotzdem
sind sie immer freundlich und beklagen sich nie.
In einem Hotel an der Nordseite der Insel konnte ich
einen Haitianer, welcher als Wachposten beschäftigt war,
erst nach zwei Flaschen Rum dazu bewegen, mir sein Leid
zu klagen.
Er erzählte mir von seiner Frau und seinen 3 Kindern,
welche er höchstens alle 3 bis 4 Monate einmal besuchen
könne und von seinem Monatsgehalt von 25 US$ und einem
Essen täglich für eine Arbeitszeit von 12 Stunden jede
Nacht. Im Laufe dieses Gesprächs, welches fast die ganze
Nacht dauerte, sagte er einen Satz, welcher mir beim
Anblick eines Haitianers immer wieder in Errinnerung
gerufen wird;
"Die Haitianer müssen immer Arbeiten, während die
Dominikaner immer nur tanzen und singen."
Darum, wenn sie einen Wachposten in ihrer Ferienanlage
sehen, welcher die ganze Nacht die Eingänge zum Strand
bewacht, bringen sie ihm eine Cola oder sonst ein
alkoholfreies Getränk (Alkohol wird er aus Furcht um
seinen Job meist ablehnen), er wird es ihnen mit einem
Lächeln und einem freundlichen "muchas
gracias" danken.
Alles in allem sind die
Bewohner der Dominikanischen
Republik
ein sehr gastfreundliches und lebenslustiges Volk und es
kann ihnen schon das Eine oder Andere Mal passieren, dass
sie ein Einheimischer zu sich nach Hause einlädt um
ihnen sein Haus zu zeigen und seine Familie vorzustellen,
oder um ihnen einen Erfrischungsdrink aus einer, vor
ihnen geöffneten, Kokosnuss zu servieren.
Ein derartiges Angebot können sie in der Regel ohne
Bedenken annehmen, sie sollten jedoch darauf achten, dass
dies nicht immer nur aus reiner Gastfreundschaft
geschieht. Wenn sie bedenken, dass sie für einen
2-wöchigen Urlaub ohne Übertreibung einen
dominikanischen Jahresgehalt oder auch mehr bezahlen, und
dies wissen die Dominikaner sehr wohl, so können sie
sich vorstellen, dass manchmal auch verkaufsspezifische
Gründe für eine solche Einladung vorliegen können.
Die Dominikaner sind ein relativ armes Volk, aber sie
sind trotzdem vermutlich glücklicher, aber auf jedem
Fall zufriedener wie wir. Sie haben es nicht verlernt,
aus dem Wenigen das sie besitzen, doch noch so einiges zu
machen. Vorallem das Miteinander und die gegenseitige
Hilfsbereitschaft ist ihnen dabei sehr behilflich.
Natürlich sollte man die Freundlichkeit, besonders den
Touristen gegenüber, nicht überbewerten, sondern
bedenken, dass wir in ihren Augen alle Millionäre sind
und somit "gemolken" werden müssen. Desshalb
mein Tipp: Vorsicht bei übermässiger Nettigkeit; und
"Handeln, Handeln, Handeln!"
In
der Regel beginnen sie mit der Hälfte des angebotenen
Preises, dann lassen sie sich langsam raufhandeln. Bei
Kunstgegenständen ist etwas Vorsicht geboten; sollten
sie den Preis zu niedrig ansetzen, so ist der Künstler
möglicherweise beleidigt und die Nettigkeit kann leicht
in´s Gegenteil umschlagen. Verlassen sie sich auf ihr
Gefühl, und stellen sie sich die Frage: "Wieviel
ist mir die angebotene Ware wert?"
"Handeln sie keinesfalls zum Scherz!" Das kann
in`s Auge gehen.
Timesharing ist in den Touristenzentren vor allem im
Norden der Dom.Rep. ein weitverbreitetes Geschäft, dabei
werden sie meist von jungen Burschen auf der Strasse
angesprochen und mit Werbegeschenken oder auf ein
Getränk in ein nahegelegenes Hotel gebeten. Von
derartigen Besuchen ist jedoch abzuraten.
Auch das Tragen und zur Schau stellen von teurem oder nur
teuer aussehendem Schmuck oder Uhren sollte bei einem
Spaziergang ausserhalb der Hotelanlagen vermieden werden.
Das heisst nicht, dass es gefährlich wäre, sich unter
die Einheimischen zu mischen, die Kriminalitätsrate ist
eher gering, aber "Gelegenheit macht Diebe" und
schwarze Schafe gibt es überall.
Mein Tip: Tragen sie nie mehr Schmuck, wie ein
Dominikaner und prahlen sie niemals mit dem Geld in der
Öffentlichkeit, dann kann nichts passieren.
Für den Fall, dass sie doch einmal einem Schwarzen Schaf
zum Opfer fallen sollten, versuchen sie den Schaden so
gering wie möglich zu halten. Spielen sie nie den
Helden! Tragen sie nie zuviel Geld mit sich herum. Geben
sie in ihre Brieftasche nur ein paar Scheine und den Rest
verteilen sie in mehreren Taschen. Sollten sie wirklich
einmal ein etwas teureres Stück kaufen wollen, so wird
ihnen ein derartiges Stück in der Regel bis ins Hotel
geliefert oder sie bezahlen mit Kreditkarten.
Nun
zu guter Letzt noch ein wenig über das Land selbst. Es
wurde vor etwas mehr als 500 Jahren von Christoph
Columbus entdeckt. Die damaligen Ureinwohner wurden von
den Entdeckern zur Gänze ausgerottet. Die heutigen
Einwohner der Insel stammen grossteils von den
afrikanischen Sklaven ab, welche sich im Laufe der Zeit
mit anderen Völkern vermischt haben.
Hispaniola ist - nach Kuba - die zweitgrößte der
Großen Antillen-Inseln in der Karibik. Die östlichen
zwei Drittel der Insel werden durch den Staat Dominikanische
Republik
eingenommen. Im kleineren westlichen Teil liegt die
Republik Haiti.
Wie auf den meisten
Antillen-Inseln gibt es auch auf Hispaniola Gebirgszüge
vulkanischen Ursprungs, die speziell hier in mehreren
parallel verlaufenden Falten mit 3.175m (Pico Duarte) in
der dominikanischen und mit 2.680m (Pic la Selle) in der
haitianischen Republik die höchsten Höhen der Karibik
erreichen. Durch große Höhenunterschiede, verbunden mit
steilen Abhängen und schroffen Schluchten, ergeben sich
in Abhängigkeit von der Höhe unterschiedliche - aber
immer recht üppige - Vegetationsarten: tropische
Regenwälder mit Dickicht, lichtere Bergwälder,
Savannen- und - in den trockeneren Gebieten -
Dornbuschlandschaften.
Zwischen
zwei Gebirgsfalten verläuft am Südrand der Insel die
Enriquillo-Senke, die ca. 40m unter dem Meeresspiegel
liegt und mit Kalksedimenten (ehemaliger Meeresboden!)
bedeckt ist. Hier liegt auch der salzige Enriquillo-See.
Weitere Ebenen wie die von Osten nach Nordwesten
verlaufende Cibao-Ebene zwischen den Gebirgszügen werden
in erster Linie landwirtschaftlich genutzt.
Das tropische Klima der Insel ist mit zwei Regenzeiten
von Mai-August und November/Dezember und gelegentlichen
sommerlichen Wirbelstürmen verbunden.
Es gibt relativ wenig Säugetiere auf der Insel, jedoch
zahreiche Vogel- und Insektenarten, Reptilien (Krokodile,
ungiftige Schlangen) und Meerestiere (Schildkröten,
Langusten).
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